Rigolen als Teil der zukünftigen Lösung für Regenwasser

Rigolen als Teil der zukünftigen Lösung für Regenwasser

Der Klimawandel führt auch in Deutschland zu häufigeren und intensiveren Regenfällen. Besonders Starkregenereignisse stellen Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen, da viele Kanalisationen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Um Überschwemmungen und Schäden zu vermeiden, rückt die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung immer stärker in den Fokus. Eine der effektivsten Methoden ist die Rigole – ein unterirdisches System, das Regenwasser versickern lässt, anstatt es in die Kanalisation zu leiten.
Doch was genau ist eine Rigole, wie funktioniert sie, und warum spielt sie eine wichtige Rolle in der zukünftigen Klimaanpassung?
Was ist eine Rigole?
Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicherraum, der Regenwasser aufnimmt und langsam in den Boden abgibt. Sie besteht meist aus Kunststoffmodulen oder Kies, die Hohlräume bilden, in denen sich das Wasser sammeln kann. Über Fallrohre oder Drainagen gelangt das Regenwasser von Dächern, Einfahrten oder Terrassen in die Rigole und versickert anschließend in den umgebenden Boden.
Das Ziel ist, die Kanalisation zu entlasten und gleichzeitig den natürlichen Wasserkreislauf zu fördern. Statt das Regenwasser über Kläranlagen abzuleiten, wird es lokal zurückgeführt – eine Lösung, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist.
Warum sind Rigolen wichtig?
In vielen deutschen Städten werden Regen- und Schmutzwasser noch gemeinsam abgeleitet. Bei Starkregen kann das System überlastet werden, was zu Rückstau, überfluteten Kellern und verschmutzten Gewässern führt. Rigolen helfen, diese Belastung deutlich zu reduzieren.
Durch die lokale Versickerung wird nicht nur das Risiko von Überschwemmungen verringert, sondern auch das Grundwasser wieder aufgefüllt – ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Trinkwasserversorgung. Zudem sparen Kommunen langfristig Kosten, da weniger in den Ausbau der Kanalisation investiert werden muss.
So funktioniert eine Rigole in der Praxis
Eine Rigole wird in der Regel im Garten oder unter einer versickerungsfähigen Fläche eingebaut. Das Regenwasser wird über Rohre in die Rigole geleitet, wo es zwischengespeichert und anschließend langsam in den Boden abgegeben wird.
Moderne Rigolenkörper aus Kunststoff haben eine hohe Speicherkapazität – oft über 90 % Hohlraumanteil. Dadurch können sie große Wassermengen aufnehmen, ohne viel Platz zu benötigen. Um ein Verstopfen zu verhindern, wird die Rigole mit einem Filtervlies umhüllt, das Sedimente und Feinteile zurückhält. Wichtig ist auch, dass der Boden durchlässig genug ist: Sandige Böden eignen sich gut, während lehmige oder tonige Böden problematisch sein können.
Genehmigungen und Vorschriften
Bevor eine Rigole gebaut wird, ist in der Regel eine Genehmigung der zuständigen Wasserbehörde oder Kommune erforderlich. Diese prüft, ob die Versickerung vor Ort möglich und unbedenklich ist – etwa in Bezug auf den Grundwasserschutz oder die Nähe zu Gebäuden und Trinkwasserbrunnen.
Darüber hinaus muss die Rigole richtig dimensioniert werden. Die Größe hängt von der angeschlossenen Fläche und der regionalen Niederschlagsmenge ab. Viele Kommunen und Ingenieurbüros bieten Berechnungshilfen und technische Leitfäden an, um die passende Lösung zu finden.
Rigolen als Teil eines Gesamtkonzepts
Rigolen sind selten die einzige Maßnahme zur Regenwasserbewirtschaftung. Sie werden häufig mit anderen Elementen kombiniert – etwa mit Gründächern, Mulden, Regenrückhaltebecken oder durchlässigen Pflasterflächen. Diese Kombinationen werden unter dem Begriff „dezentrale Regenwasserbewirtschaftung“ oder „Schwammstadt-Prinzip“ zusammengefasst.
Das Ziel ist, Regenwasser dort zu halten, wo es fällt, und es möglichst natürlich zu versickern oder zu verdunsten. So entsteht ein flexibles System, das auf extreme Wetterereignisse besser reagieren kann.
Eine Investition in die Zukunft
Die Installation einer Rigole erfordert eine gewisse Anfangsinvestition, doch sie zahlt sich langfristig aus. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer profitieren von einem geringeren Überschwemmungsrisiko und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz. In manchen Kommunen kann zudem eine Reduzierung der Niederschlagswassergebühr beantragt werden, wenn Regenwasser auf dem Grundstück versickert wird.
Rigolen sind somit ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige und klimaangepasste Stadtentwicklung. Sie zeigen, dass Regenwasser nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource betrachtet werden kann.
Ein Schritt in eine nachhaltigere Zukunft
Mit Rigolen können Bürgerinnen und Bürger aktiv zur Lösung einer der größten Herausforderungen unserer Zeit beitragen. Wer Regenwasser lokal versickern lässt, schützt nicht nur sein eigenes Grundstück, sondern unterstützt auch den natürlichen Wasserkreislauf und die ökologische Balance.
Wenn der Regen fällt, sollte er nicht einfach abfließen – sondern dort bleiben, wo er gebraucht wird: im Boden.













