Die Sicherung fliegt raus – was ist die Ursache? So finden Sie den Fehler im Sicherungskasten

Die Sicherung fliegt raus – was ist die Ursache? So finden Sie den Fehler im Sicherungskasten

Wenn eine Sicherung herausspringt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas in Ihrer elektrischen Anlage nicht stimmt. Die Ursache kann von einer Überlastung bis hin zu einem defekten Gerät reichen. Bevor Sie die Sicherung einfach wieder einschalten oder austauschen, sollten Sie den Grund für den Ausfall finden – sonst drohen wiederholte Stromausfälle oder im schlimmsten Fall Brandgefahr. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt die Ursache finden und sicher beheben.
Was passiert, wenn eine Sicherung auslöst?
Eine Sicherung schützt Ihre Stromkreise vor Überlastung und Kurzschluss. Wenn zu viel Strom fließt, unterbricht sie automatisch den Stromkreis, um Leitungen und Geräte vor Überhitzung zu schützen.
In deutschen Haushalten sind vor allem zwei Arten von Sicherungen verbreitet:
- Leitungsschutzschalter (Automaten) – moderne Kippschalter, die bei Überlastung oder Kurzschluss abschalten. Sie können nach Behebung des Fehlers einfach wieder eingeschaltet werden.
- Schraubsicherungen (Diazed- oder Neozed-System) – ältere Modelle mit Schmelzeinsatz, der bei Überlastung durchbrennt. Hier muss der Einsatz ersetzt werden.
Das Prinzip ist bei beiden gleich: Die Sicherung trennt den Stromkreis, um Schäden zu verhindern.
Häufige Ursachen für ausgelöste Sicherungen
Es gibt viele mögliche Gründe, warum eine Sicherung fliegt. Die häufigsten sind:
- Überlastung – zu viele Geräte an einem Stromkreis, etwa Wasserkocher, Mikrowelle und Geschirrspüler gleichzeitig.
- Kurzschluss – ein Defekt in einem Gerät oder Kabel, bei dem Strom ungehindert zwischen Phase und Neutralleiter fließt.
- Fehlerhafte Installation – lose Kontakte, Feuchtigkeit in Steckdosen oder beschädigte Leitungen.
- Defekte Geräte – insbesondere ältere Haushaltsgeräte oder Lampen mit brüchigen Kabeln können Probleme verursachen.
Wenn dieselbe Sicherung immer wieder auslöst, liegt meist ein dauerhafter Fehler vor, der genauer untersucht werden muss.
So finden Sie den Fehler Schritt für Schritt
Wenn die Sicherung rausfliegt, gehen Sie ruhig und systematisch vor:
- Schalten Sie alle Geräte aus und ziehen Sie die Stecker aus den Steckdosen des betroffenen Stromkreises.
- Prüfen Sie den Sicherungskasten – welcher Schalter steht auf „aus“ oder in Mittelstellung? Das ist der betroffene Stromkreis.
- Schalten Sie die Sicherung wieder ein (oder ersetzen Sie den Schmelzeinsatz, falls vorhanden).
- Schalten Sie die Geräte nacheinander wieder ein. Wenn die Sicherung erneut auslöst, haben Sie den Verursacher gefunden.
- Untersuchen Sie das Gerät – achten Sie auf beschädigte Kabel, Brandgeruch oder Verfärbungen. Verwenden Sie es nicht weiter, bevor es repariert oder ersetzt wurde.
Bleibt die Sicherung auch ohne angeschlossene Geräte nicht drin, liegt der Fehler wahrscheinlich in der festen Installation. In diesem Fall sollten Sie unbedingt eine Elektrofachkraft hinzuziehen.
Überlastung – ein häufig unterschätztes Problem
Viele Wohnungen sind mit Stromkreisen ausgestattet, die ursprünglich für eine geringere Belastung ausgelegt waren. Ein einzelner Stromkreis ist oft nur mit 10 oder 16 Ampere abgesichert. Wenn mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig laufen, kann das schnell zu viel sein.
Ein praktischer Tipp: Verteilen Sie die Geräte auf verschiedene Steckdosen und vermeiden Sie, mehrere Großverbraucher gleichzeitig zu betreiben. Wenn Sie regelmäßig Probleme mit Überlastung haben, kann ein Elektriker prüfen, ob eine Aufteilung auf zusätzliche Stromkreise sinnvoll ist.
Wenn der FI-Schalter auslöst
Wenn plötzlich der Strom im ganzen Haus ausfällt, liegt das oft am Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter oder RCD). Er reagiert, wenn Strom über einen unerwünschten Weg – etwa durch Feuchtigkeit oder beschädigte Isolierung – zur Erde abfließt.
Drücken Sie regelmäßig die Testtaste, um die Funktion zu prüfen. Lässt sich der FI-Schalter nicht wieder einschalten, obwohl alle Geräte ausgesteckt sind, liegt wahrscheinlich ein Isolationsfehler in der Installation vor. In diesem Fall ist professionelle Hilfe erforderlich.
Wann Sie einen Elektriker rufen sollten
Kleinere Probleme wie das Austauschen einer Sicherung können Sie selbst erledigen. Doch bei allem, was fest mit der Hausinstallation verbunden ist, gilt: Finger weg! Rufen Sie eine Elektrofachkraft, wenn:
- die Sicherung wiederholt ohne erkennbaren Grund auslöst,
- Sie Brandgeruch oder Schmorspuren im Sicherungskasten bemerken,
- der FI-Schalter sich nicht mehr einschalten lässt,
- Sie Feuchtigkeit oder beschädigte Leitungen vermuten.
Ein Elektriker kann mit Messgeräten genau feststellen, wo der Fehler liegt, und die Anlage nach den geltenden VDE-Vorschriften prüfen.
So beugen Sie Problemen vor
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie das Risiko für ausgelöste Sicherungen deutlich verringern:
- Verteilen Sie die Stromlast gleichmäßig auf verschiedene Steckdosen und Stromkreise.
- Vermeiden Sie Mehrfachsteckdosen mit zu vielen angeschlossenen Geräten.
- Lassen Sie alte Sicherungskästen oder Installationen regelmäßig überprüfen.
- Achten Sie auf intakte Kabel und Stecker bei allen Geräten.
Ein E-Check durch einen Fachbetrieb ist eine gute Investition in Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Eine Sicherung fliegt nie ohne Grund
Wenn die Sicherung auslöst, ist das kein Zufall, sondern ein Warnsignal. Wer die Ursachen versteht und systematisch vorgeht, kann den Fehler meist schnell finden und beheben. Und denken Sie daran: Strom ist kein Bereich für Experimente. Im Zweifel ist der Elektriker immer die sicherste Lösung.













